Von Spieler - Für Spieler

Tulderon ist kein Theater, wo man als Zuschauer im Saal sitzt und die Vorstellung genießt. Tulderon lebt ausschließlich vom Mitmachen und dem Sich-Selbst-Einbringen, um das große Ganze zu fördern. Grundsätzlich besteht Tulderon - Das Stadtspiel nur aus SC (Spielern). Es gibt ein paar NSC (Nicht-Spieler), deren Funktion aber nicht darin besteht, wichtige Ämter, Posten oder Institutionen und Einrichtungen der Stadt zu besetzen. Jede dieser Aufgaben wird von Euch wahrgenommen.

Ihr wählt die Mitglieder der Stadtführung, ihr betreibt die Etablissements und Institutionen, bietet Dienstleistungen und Gewerbe an, ihr betreibt die Religionen mit ihren Tempeln und gestaltet das Kulturprogramm. Ihr bespielt die dunkle Seite der Stadt mit den Halunken und Ganoven, aber eben auch deren Gegenpol, die aufrichtig, ehrlichen Beamten, die Stadtwache und das Rechtssystems. Ihr seid Angebot und Nachfrage zugleich.

Unsere Erwartungshaltung als Richtlinie für die eigene Vorbereitung auf dieses Spiel kann deshalb in folgenden Punkten zusammengefasst werden: Jeder Spieler soll ungefähr 6 Stunden am Tag einen Beitrag zum Spiel für die andere Spieler leisten, z. B.

  • ein Gewerbe betreiben
  • eine Dienstleistung anbieten
  • einem Charakter dienen
  • eine Institution betreiben oder darin mitarbeiten
  • ein öffentliches Amt bekleiden und in dieser Funktion anspielbar sein
  • Dienst an der Stadt leisten
  • einen kulturellen Beitrag zum Tages- und Nachtleben leisten
  • die Lebensaufgabe eines Charakters erfüllen, die eine andere als der Selbstzweck ist
  • ...

Versteht sich von selbst: nicht per Telling, oder auf dem Papier, sondern im Spiel. Auf diese Weise verdient jeder Charakter das Geld, was er benötigt, um das Essen zu bezahlen und die übrigen Stunden des Tages die vielen Angebote der Anderen zu genießen. "Von Spieler - Für Spieler"

Wir verbieten natürlich keine Charaktere, die diesem Schema nicht folgen, wollen jedoch bewusst ins Gewissen reden, darüber nachzudenken, was ihr tun könnt, um Euren Beitrag zu leisten. In Tulderon kann ausschließlich das bespielt und konsumiert werden, was auch angeboten wird. Wenn sich zu wenig Spieler aktiv in das Spielangebot einbringen, führt das zu Frustration bei allen Beteiligten.


Das Setting

Die Stadt Tulderon ist mit ihren ungefähr 5.000 Einwohnern in den umliegenden Vierteln weitaus größer als der bespielte Stadtkern. Allerdings beherbergt er einen Großteil der Politiker und Gelehrten, sowie die wichtigsten Institutionen der Stadt. Wer in Tulderon etwas werden oder wagen will, kommt am Stadtkern nicht vorbei. Das Schicksal der Stadt jedoch hängt auch von den Geschehnissen in den Randvierteln, den Vororten und der Weltpolitischen Lage ab. Wie gut genau das Schicksal es mit der Stadt meint, liegt nicht zuletzt in den Händen der Orga. Euer Handeln hat Konsequenzen! Fragt doch in der Taverne oder der Bibliothek mal nach den Geschehnissen der vergangenen Jahre ... und ihren Ursachen.

Jeder kann nach nach Tulderon kommen, die Tore stehen den Besuchern weit offen, wollen wir doch nur Euer bestes - Euer Gold!


Ihr habt Fragen oder Ideen? Meldet Euch bei uns!

Intime-Infos zu Tulderon

Tulderon ist die Stadt der Glücksspiele und Vergnügungen, die Stadt der freien Meinung und freien Religionsausübung, Stadt des Handels und des Geldes, aber auch Stadt des Absturzes und Stadt des Abschaums. Kein Gewerbe oder Geschäft, dass es in Tulderon nicht gibt, Geld verlässt den Besitzer meist schneller, als er es bekommt.

Es gibt wohl keinen Ort auf der Welt in dem man schneller zu unermesslichem Reichtum aber auch in bitterste Verzweiflung geraten kann. So verwinkelt wie die Strassen und Gassen, sind auch die undurchdringbaren Verflechtungen der inneren Strukturen, ein eigenständiger Organismus, dessen pulsierendes Leben die Stadt zu Reichtum und Macht gebracht hat.

Kaum eine andere Stadt lässt sich mit Tulderon vergleichen. Das hat auch schon vor langer Zeit die Krone von Aklon erkannt, in deren Herrschaftsbereich Tulderon liegt. So hat man ein stillschweigendes Übereinkommen geschlossen, von dem beide Seiten seit Generationen profitierten: Die Krone Aklons billigte Tulderon den Status einer freien Stadt mit eigenen Gesetzen zu - im Gegenzug entrichtete Tulderon fünfmal mehr Steuern, als jede andere Stadt im aklonischem Reich. Seit Generationen funktionierte dieser offiziell nie ausgesprochene Vertrag.

Seit 5017 führten diverse Bürgermeister die Geschäfte der Stadt und immer wieder verschwanden einige von ihnen oder die fälligen Steuergelder für Aklon. Um die finanziellen Probleme der Stadt zu verringern, wurde der König von Aklon um die Vergabe des Münzrechts gebeten. Diese Bitte wurde gewährt, doch stellte sich die Urkunde im nach hinein als Fälschung heraus und der Magistrat musste sich gegenüber der Krone erklären. Mit Geschick und Zugeständnissen konnten die Magistratsmitglieder den gesandten Reichsritter beschwichtigen und der Tulderoner Florin galt lange als offizielles Zahlungsmittel der Stadt. Das Rätsel der gefälschten Urkunde bleibt ungelöst.

5026 schleßlich reichte es der aklonischen Krone. Nicht mehr länger wollte man von Tulderon nur noch als Sündenpfuhl und Unterschlupf für gesuchte Verbrecher hören. Im Rahmen einer gründlichen Überprüfung der Stadt wurde ihr schließlich der Freistadtstatus entzogen. Tulderon ist nunmehr gewöhnliche Reichsstadt. Sie wird von einem Statthalter im Namen der Krone geführt, der von aklonischen Beratern unterstützt wird. Die Gilden wurden abgeschafft, die Gesetze revidiert ... kann man noch tiefer sinken? 

Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein und letztlich liegt es ganz im Auge des Betrachters, das zu beurteilen. Nach drei Jahren mehr oder weniger königstreuem Leben in der Stadt, der Akzeptanz des neuen Geldes, der aklonischen Bürokratie und der neuen Gesetze, keimte der alte Freiheitsdrang in der Stadt auf. Der Krieg gegen die dunkle Bedrohung, die einhergehenden Verluste im Land, die leeren Staatskassen schließlich führten zum neuerlichen Vorschlag an die Krone Aklons, unter Zahlung von erhöhten Steuern der Stadt Tulderon ihren Freistadtstatus zurückzukaufen.

Man kann es als diplomatisch unglücklich bezeichnen, dass diese Bemühungen damit endeten, dass die Stadt unter einem von der Krone beauftragtem Belagerungsring steht. Die erklärte Reichsacht für die Stadt und alle ihre Bewohner im gesamten Reich, sowie der angedrohten Todesstrafe für die gesamte Stadtführung, beeindruckten dann kaum noch einen der Tulderoner. 

Dies ist nicht die erste missliche Lage, für diese Stadt. Bedrohungen durch Dämonen und Feenvölker aus magischen Sphären-Portalen, oder Legenden um Fehlfunktionen magischer Turmuhren sowie der sagenumwobenen Quelle des Glücks dieser Stadt, diese Stadt findet immer einen Ausweg ... und auch in diesen dunklen Stunden gibt es bereits einen Plan! 

Freunde hat man nicht, Freunde kauft man, zumindest in dieser Stadt... willkommen in Tulderon!

Was ist überhaupt Larp?

Dieser Text ist für all diejenigen geschrieben, die mit Live-Rollenspiel (Wikipedia) noch wenig bis gar nicht in Kontakt gekommen sind.

Live-Rollenspiel ist eine Art Improvisations-Theater mit anderen, für andere, die ebenfalls Theater spielen. Zuschauer gibt es nicht, aber mitmachen kann jeder, der sich darauf einlassen möchte. Beim Live-Rollenspiel spielen die Teilnehmer Rollen von selbst gewählten Charakteren, in einer Geschichte, deren Ausgang sie in der Regel durch ihr Handeln beeinflussen.

Eine Gruppe von Organisatoren (Orga) denkt sich eine Rahmenhandlung (Plot) aus, die oftmals viele Elemente eine Fantasy-Geschichte enthält. Sie organisiert ein Spielgelände wie Burgen oder Wälder, Übernachtungsmöglichkeiten, Verpflegung und noch vieles mehr. Die meisten Orgas arbeiten ohne Gewinn, das heißt die notwendigen Teilnehmerbeiträge decken ausschließlich die Kosten für die Organisation des Spiels.

Es gibt verschiedene Regelwerke und unterschiedliche Spielkonzepte, nach denen auf den Veranstaltungen (Cons) gespielt wird. Einige Systeme haben klare Vorschriften für die Erschaffung eines Charakters anhand von verfügbaren Punkten, mit denen Fähigkeiten erworben werden. Andere Systeme sind freier und erlauben den Spielern alles das zu können, was sie wirklich können, oder zumindest darstellen können. Stirbt ein Charakter im Spiel, können die Spieler mit einem neuen Charakter einfach wieder neu einsteigen.

Jeder der mitspielen möchte, kann sich für das Live-Rollenspiel anmelden und entweder als Spieler-Charakter (SC) oder als Nicht-Spieler-Charakter (NSC) teilnehmen. Als Spieler kann man im Rahmen seines Charakters vollkommen frei in dem gegebenen Szenario agieren. Als NSC bekommt man von der Orga bestimmte Aufgaben zugewiesen. Die dabei verliehenen Fähigkeiten sind denen der Spielercharaktere oftmals deutlich überlegen. NSC übernehmen meist die Aufgabe, Spielercharaktere vor Herausforderungen zu stellen, ihnen Hinweise zu liefern, ihnen etwas beizubringen oder einfach nur das Ambiente glaubhaft und atmosphärisch zu gestalten.

Das Live-Rollenspiel bietet vielfältige Möglichkeiten, seinen Charakter individuell zu entwickeln, dazu zählen Waffenfertigkeiten, Magie, Braukunst, Medizin, Sprachen und Schriften und vieles mehr. Kämpfe werden mit gepolsterten Waffen ausgetragen, wobei der schön ausgespielte Kampf deutlich im wichtiger ist, als die Perfektion im realen Umgang mit der Waffe. Magie wird mit diversen Effekten und Schauspielerei dargestellt.

Dabei ist alles Spiel. Wenn ein Charakter eine schreckliche Chaos-Gottheit anbetet oder ein Troll damit droht, alle Anwesenden zu fressen, so ist dies Schauspielerei miteinander und füreinander. Der Chaos-Priester verkauft in drei Tagen wieder Versicherungen, und der Troll nimmt wieder sein Landtagsmandat wahr. Im Spiel kann es zu wüsten Streitereien und Kämpfen zwischen zwei Charakteren kommen, obwohl die Spieler, deren Charaktere sich dort streiten, bestens befreundet sind. 

Am Ende soll alles ein großer Spaß bleiben, den wir miteinander teilen.
Komm, spiel mit uns!

Outtime-Infos zu Tulderon

Die Stadt Tulderon lebt vom Engagement und den Aktivitäten der Spieler (SC). Alle Stadtbewohner sind selber Spieler, die sich und allen anderen Bewohnern und Besuchern ein schönes Spiel bereiten wollen. Nicht-Spielercharaktere (NSCs) findet man in Tulderon meist nur als Kreaturen in Kastors Katakomben - und sonst eher selten.

Wir als Spielleitung (SL) bemühen uns, Euch bei der Umsetzung Eurer Ideen zu helfen, um damit eigene Geschichten (Plots) in Bewegung zu setzen. Um diese von euch ins Leben gerufenen Geschichten nicht komplett zu behindern oder gar zu zerstören, versuchen wir den spielübergreifenden Plot immer in Balance zu Euren persönlichen Individual-Konzepten zu halten. In viele Fällen gibt es die Möglichkeit, den Plot als Angebot zu verstehen und selbst zu entscheiden, wie sehr man darin involviert werden möchte. Kleinen Plots, die nicht gefunden, bespielt oder gelöst wurden, werden in den folgenden Spielen wieder angeboten. So entwickeln sich einige Geschichten und andere werden beendet und wieder andere laufen manchmal über zwei oder gar noch mehr Spiele. Und trotzdem bleibt es spannend, immer wieder darauf zu stoßen und die neuesten Entwicklungen zu erleben.

In der Stadt gibt es aber auch ohne Plot genug Schönes zu sehen und zu erleben. Mit dem Motto "Der Weg ist das Ziel" warten herrliche Erlebnisse auf Euch. Der abendliche Restaurant-Besuch mit Freunden an einem excellent gedeckten Tisch, Black Jack oder die Mitternachts-Pokerrunde mit Cocktails im Casino. Eine Bootsfahrt im Mondschein mit seiner Angetrauten, der Kauf von Süßigkeiten bei einem Straßenhändler? Einfach das Leben genießen!

Es gibt nicht viele Burgen, die ein derartiges Stadtspiel zulassen. Der Jugendherbergsbetrieb, der unsichtbar im Hintergrund die Versorgung sicherstellt, ist einer der Hauptgründe, warum es uns möglich ist, ein Stadtspiel mit einem Geldsystem anzubieten. Das bedeutet, dass die Spieler so wenig wie möglich reale Währung für die Dinge ausgeben müssen, die auch reale Währung kostet. Wie zum Beispiel die Besuche im Restaurant, im Teehaus, in der Taverne (Wasser und Suppe gegen Spielgeld) und beim Süßwarenhändler. Es ist schon sehr angenehm, morgens früh kein Wasser kochen zu müssen oder sich abends mit dem Grill herumzuärgern. Dieser Service, von acht Personen bekocht und bedient zu werden, ist eben nicht kostenlos, dafür aber angenehm und sein Geld wert.

Die Vorbereitungen für ein so großes Spiel verschlingen tausende von Arbeitsstunden. Wer selbst gern einmal bei den Vorbereitungen von Tulderon mithelfen möchte, der darf sich gern bei uns melden.

Eure Tulderon-Orga

Das Phönix System

Phönix ist ein punktebasiertes Live-Rollenspiel-System, bei dem ein Charakter nur die Fähigkeiten beherrscht, die er mit Erfahrungspunkten erworben hat. Jedem Spieler wird eine flexible Charaktergestaltung erlaubt, bei der er sich aus zehn verschiedenen Rassen, mehr als 50 verschiedenen Fertigkeiten, über 150 verschiedenen Zaubersprüchen und klerikalen Wundern, zahlreichen Bardenliedern, magischen Runen und Artefakten, sowie über 30 alchemistischen und pharmazeutischen Rezepturen ganz individuell seinen Charakter zusammenstellen kann.

Phönix kennt keine festen Charakter-Klassen, sondern jeder Charakter kann nach den Wünschen des Spielers erstellt werden. Nur einige wenige Fertigkeiten schließen sich gegenseitig aus. Ein umfangreiches optionales Nachteile-System gibt dem erschaffenen Alter Ego zusätzlichen Tiefgang und stellt den Spieler vor eine interessante spielerische Herausforderung.

Die Phönix-Kampagne spielt in einer geschlossenen Welt. Der Vorteil der sich daraus ergibt, ist eine sehr konsistente Spielwelt, in der die Politik unterschiedlicher Länder und Völker, die historischen Entwicklungen, aber auch weltumspannende Plots möglich sind.

Das Regelsystem ist inhaltlich eng mit der von der Phönix-Carta bespielten Welt verknüpft und wird in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess den sich aus den Spielen ergebenden Erfahrungen angepasst. 2010 ist eine komplett überarbeitete Version des ursprünglichen Regelwerkes erschienen, in welche die Erfahrungen aus den zahlreichen Phönix-Carta-Cons der letzten Jahre eingeflossen sind.