Ein Wort zur Politik

Wer die Macht in Tulderon hat, ist für einen Außenstehenden schwer zu beurteilen. Es gibt aber mehrere Fraktionen, die für sich in Anspruch nehmen, die Stadt zu kontrollieren. Namentlich sind dies die ehrwürdigen Patrizierfamilien, die durch Generationen des geschickten Handelns und Taktierens zu unverschämtem Reichtum gekommen sind. Diese verlieren aber an Einfluss. Zu nennen sind die verschiedenen Gilden, die ihre Logenmitglieder in den Magistrat entsenden.

Eine weitere Fraktion stellen natürlich die geheimnisumwitterten, ungenannten Gilden dar, welche die Unterwelt Tulderons beherrschen: Sie nennen sich selbst Familien, was aber weniger mit Blutsbanden, sondern vielmehr mit klar definierten Hierarchien und Abhängigkeitsverhältnissen zu tun hat. Am Kopf einer jeden Familie steht ein Pate, der sie mit eiserner Hand führt - und dessen Identität meist im Dunkeln bleibt. Es heißt, dass die Familien stets eine primäre Ausrichtung besitzen: Die Diebe befassen sich mit Diebstahl, Schmuggel, Hehlerei und Betrug. Die Bettler mit Raub, Bettelei – und sie unterhalten das beste Nachrichtensystem der Stadt. Die Meuchler stehen für Auftragsmord, Erpressung und die Beschaffung von hochbrisanten Informationen. Alle Familien stehen in Konkurrenz zueinander und versuchen sich gegenseitig ihre Pfründe streitig zu machen.

Mit der Aufhebung des Freistadtstatus durch die aklonische Reichsverwaltung in 5026 hoffte man, Veränderungen in diesem Gefüge herbeizuführen und die Strukturen zu schwächen. Mit der Rückerlangung des Freistadtstatus durch Tulderon und dem damit einhergehenden Verlust der Kontrolle über die Stadt für das aklonische Reich ... dürfte auch diese Hoffnung hinfällig geworden sein. 

Das Gesetz

In der Freistadt Tulderon sind vor dem Gesetz keinesfalls alle gleich: Bürgerrecht bricht Fremdenrecht, Gildenrecht bricht Bürgerrecht, Stadtrecht bricht Gildenrecht.

"In der Stadt gibt es kaum Kriminalität oder Verstöße gegen das Strafgesetz" war das Credo der Stadt Tulderon. Jedenfalls wurde das immer laut gesagt. "Die Straßen sind sicher!". Hinter vorgehaltener Hand tuschelte man aber schon lange über "Tulderon als Sündenpfuhl für Verbrecher und Gesuchte". Manch einer muss vergessen haben, die Hand vorzuhalten, wenn selbst die aklonische Krone sich genötigt sah, im Jahre 5026 eine Prüfung der Verhältnisse in der Stadt zu veranlassen.

In Konsequenz dieser Prüfung wurde der Stadt Tulderon der Freistadt-Status aberkannt. Alle Gesetze und sogar die Verfassung kamen auf den Prüfstand und wurden teilweise neu geschrieben oder zumindest überarbeitet. Manch ein Paragraph hat diese Prüfung sogar überlebt. In der Reichsstadt galt nun wieder königliches Recht, so wie zu der Zeit, bevor die Bürger Tulderons beim König ihre Freistadt-Rechte teuer erkauften. Für die Durchsetzung von Ruhe und Ordnung sorgte auch in diesem Kapitel der Stadt die ruhmreiche Garde. Befehl ist Befehl, zum Wohle der geliebten Stadt. Lang lebe der König.

Welche Auswirkungen die im September 5029 ausgerufene Unabhängigkeit von der Krone, und die damit einhergehende Rückkehr zu den Gesetzen von vor 5026, haben wird, war nicht gewiss. Die selbsternannte Freistadt, vom König mit der Reichsacht belegt, befand sich unter Belagerung. Mit der Niederlage der Belagerer im Kampf um die Mauern der Stadt und den diplomatischen Bestrebungen der Stadtführung konnte der Belagerungszustand überwunden werden.

Das aklonische Reichsrecht hat in den Mauern der Stadt seither auch formal keine Bewandnis mehr. Ein umfangreiches Abkommen mit Ihrer Hoheit, Herzogin von Warall und damit einhergehende vertraglich vereinbarte Unterstützungsleistungen, sichern Tulderon diesen Umstand. Seit dem Jahr 5031 ist dieser Stadt der Freistadt-Status somit auch wieder offiziell verbrieft. Die gute alte Zeit...

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