Friedhof von Tulderon

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Fetzen bleichen Nebels wabern im Schein des vollen Mondes zwischen den Grabsteinen in Tenebras Garten umher. Die Hitze des Tages und der Lärm der Stadt, nun kaum mehr als blasse Erinnerungen. Die letzten Töne eines einsamen Liedes verklingen zwischen den Ästen einer Eiche, welche sich wie Arme über das Feld recken.

Ich hab heut‘ Nacht vom Tod geträumt…

Zwei Gestalten stehen im Lichtkreis einer Fackel auf dem Friedhof, eine von ihnen senkt soeben das Buch in dem sie den uralten Zauber ihrer Vorfahren niedergeschrieben hat. Der Fackelschein fängt sich in den zahlreichen Metallscheiben an ihrem Gürtel und lässt es aussehen, als stünde der bunte Rock in Flammen. Die andere Gestalt welche die Fackel hält schaut sich aufmerksam um, dunkle Augen blitzen unter dem breitkrempigen Hut hervor. „Ich kann spüren dass sich die Kraft dieses Gartens geändert hat. Es scheint, als wäre uns Tenebra wohlgesinnt. Nie wieder soll sich hier ein Frevler des Kreislaufes aus seinem Grab erheben. Mögen die Seelen auf ewig in Tenebras Reich ruhen bis ihre Zeit gekommen ist wieder auf Oriris Schöpfung zu wandeln.“ Feierlich senkt sie die Fackel und entfacht nach und nach die vielen Kerzen die um und auf dem Friedhof stehen. „Ihr habt uns einen großen Dienst erwiesen, Reisende. Die Vollstrecker Tenebras machen keine Schulden.“, spricht sie zu der Frau die immer noch auf dem Friedhof steht und gerade das Buch in ihrem Beutel verstaut. Unausgesprochen steht eine Frage zwischen den beiden. „Es gibt nichts was einer freien Frau fehlt.“, erwidert diese. „Sollte ich jedoch auf meinen Reisen auf Untote treffen könnt ihr euch darauf verlassen, dass ich mich an euch wenden werde.“.

„Nichts anderes hätten wir von euch erwartet.“, mischt sich eine weitere Stimme in das Gespräch. Sie gehört zu einem hochgewachsenen Mann welcher aus dem Schatten der Eiche tritt. Eine weitere Frau erscheint auf dem Wall, auf ihrer Schulter liegt eine Muskete, und ein mit Kürass gewappneter Krieger begibt sich zu den beiden Frauen von seinem Posten vor dem Friedhof.  „Denkt jedoch immer daran – ihr tut besser daran, eure Kraft nicht gegen den Kreislauf zu richten. Denn auch in diesem Fall werden wir uns wiedersehen.“ Die Drohung in seinen Worten ist deutlich zu spüren. „Friede, Bruder.“, versucht die Fackelträgerin ihn zu beschwichtigen. Doch die Bardin hat bereits ihre Sachen geordnet und macht sich auf den Weg zurück in die Stadt. Als sie den Friedhof verlässt dreht sie sich noch einmal um. „Und ich würde ebenfalls nicht anderes von euch erwarten.“ Mit diesen Worten taucht sie in das Dunkel außerhalb des Feuerscheins ein.

Kurz sehen die vier Vollstrecker ihr noch nach. „Der Zauber hat also gewirkt?“, fragt der Gewappnete, seine blauen Augen erscheinen im Dunkel der Nacht unnatürlich hell. „Ja.“, antwortet die Fackelträgerin. Daraufhin durchbricht ein dreistimmiges Klicken die Nacht, als die Streiter die unter ihren Mänteln verborgenen Pistolen wieder sichern.

 

Beschreibung von Tempel und Friedhof

Der Friedhof, oder Tenebras Acker wie er auch genannt wird, befindet sich außerhalb der Stadtmauern und wird seit kurzem von einer Gruppe Gläubiger gepflegt. An diesem Ort findet man auch einen Tenebratempel, die Mittlere der drei Töchter Fardeas und Herrin über das Reich der Toten. All jene die einen Geliebten verloren haben sowie jene für die das Ende allgegenwärtig ist werden hier oft gesehen. So trifft man zwischen Witwen und Waisen auch oft auf Söldner und Krieger. Generell steht der Tempel allen Fardea-Gläubigen offen, von Nicht-Gläubigen wird eine Spende an den Orden erhoben.

Jegliche Anliegen bezüglich des Friedhofes müssen mit einem Priester besprochen werden. Des Weiteren bietet der Tempel einen Ort für all jene die einen Verlust beklagen möchten, Fragen oder Sorgen bezüglich ihres Endes haben oder aber einer weitergezogenen Seele Respekt zollen wollen.

Grabkerzen können gegen einen Obolus erworben werden. Die Mitglieder des Ordens sind immer in der Stunde vor Mittag und vor Mitternacht anzutreffen. Alle anderen Zeiten sollten vorher abgesprochen werden. Am Freitag zu Sonnenuntergang findet eine öffentliche Zeremonie an die Göttin des Todes statt, und all jene die Tenebra Respekt erweisen wollen sind herzlich eingeladen. Des Weiteren suchen der Friedhof als auch der Orden immer nach helfenden Händen.

 

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